Anstehende Konzerte

Open Air Kammermusik vor der Liebfrauenkirche

Johannes Brahms: Klavierquintett f-moll op. 34

Aufführende: 

  • Carla Prestin-Koch (Violine) 
  • Peter Großmann (Violine) 
  • Mariusz Januskiewicz (Viola) 
  • Cornelia Börngen (Violoncello)
  • Christopher Weik (Klavier)

Unter den vielen Äußerungen von Brahms‘ Freunden, die dem Ausnahmerang seines Klavierquintetts gerecht zu werden versuchten, ist diejenige von Clara Schumann vielleicht die treffendste: „Mir ist nach dem Werk, als habe ich eine große tragische Geschichte gelesen.“ Das viersätzige Werk entfaltet sich von Beginn an im Ton der Tragödie und in einem Spannungsbogen von nie nachlassender Intensität. „Es ist, soviel ist mir gleich klar, ein Stück von tiefster Bedeutung, voll männlicher Kraft und schwungvoller Gestaltung, alle Sätze bedeutend, sich ergänzend“, schrieb Brahms´ Geigerfreund Joseph Joachim tief beeindruckt an den Komponisten. Und der Dirigent Hermann Levi meinte lakonisch: „Ein Meisterwerk von Kammermusik, wie wir seit dem Jahre 1828 [dem Tod Schuberts] kein zweites aufzuweisen haben.“

Bis das Werk diesen Grad an Vollendung erreicht hatte, musste es eine bei Brahms einmalige Klang-Metamorphose durchlaufen. Fast exakt die selbe Musik, die wir heute von Klavier und Streichquartett gespielt hören, war ursprünglich für Streicher alleine bestimmt: als Quintett für zwei Violinen, Viola und zwei Celli. Da diese erste Version aus den Jahren 1862/63 in privaten Proben und Voraufführungen nicht den erhofften Klangeffekt erzielte, zog sie Brahms zurück und arbeitete sie zu einer Sonate für zwei Klaviere um (in dieser Form hat er das Stück später auch veröffentlicht). Doch was für Streicher zu wild und ausladend erschien, wirkte auf zwei Klavieren zu monochrom. Für ein Streichquintett fehle dem Werk der „Klangreiz“, so Joseph Joachim, in der Fassung für zwei Klaviere gingen „eine Menge der schönsten Gedanken“ verloren, so Clara Schumann. Brahms suchte darum nach einer dritten Klanglösung für das thematische Material und fand jene Synthese aus Streicher- und Klavierklang, in der uns das Werk heute so selbstverständlich erscheint.

Für das leibliche Wohl sorgt der Förderverein – der Erlös kommt der Sanierung unserer Orgel in der Witzenhäuser Liebfrauenkirche zugute.